Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus

"Aber insgesamt macht mich IPuP eher ratlos. Weil es ist zu ernst für Satire, zu verspielt für Politik und zu propagandistisch für Philosophie."

Monat: Oktober, 2012

Fragmente einer Philosophie des Reisens

Es wird >Kein Gedanke zu Ende gebracht<. Gedanken sind sowieso unmöglich >zu Ende zubringen>, – es wird keine >Handlung< weitergeführt usw.1

Was interessiert ist der Zusammenhang von Reisen und Denken, wobei noch unklar ist ob das Denken Reisen oder der Reisende denken soll [Im Endeffekt ergibt sich ein Versuch, Reisen zu denken]. Vermutlich handelt es sich bei dem, was beschrieben und bedeutet werden soll vielmehr um eine Möglichkeit, als um eine Wirklichkeit. Gerade weil es niemals ohne letztere auskommt, […. ]

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Nächste Sitzung des Lektürekurs

Die nächste Sitzung des IPUP-Lektürekurs findet statt am kommenden Mittwoch von 16-18 Uhr. Im StugA-Raum Philosophie. Wir Treffen uns, um den zukünftigen Ablauf und die kommenden Texte zu besprechen, ggf. noch einen angenehmeren Termin zu finden und schonmal in den nächsten Text reinzulesen. Kommt vorbei, macht Werbung, bringt Leute mit. Es gibt Kaffee und (wenn wer dran denkt) Kekse!

„Müßiggang und Luxus, woran sie [die Bürger] verdienen, sind ihnen bei ihresgleichen und erst recht bei der Unterklasse verhaßt. Der Genuß des frühen Kapitalisten >>ist nur Nebensache, Erholung, untergeordnet der Produktion, dabei berechneter, also selbst ökonomischer Genuß…<< (…) und sie kompensieren, schon um sich gegen unkontrollierte Ausbrüche abzusichern, ihre Triebhaftigkeit, die sie aufs Kontorleben hinzuschneiden, mit Genüssen, die spezifisch gut zu bürgerlicher Tätigkeit passen: Tabak, Kaffee, vor allem aber Tee, der sich im 17. Jahrhundert rasch einen ungeheuren Markt erobert.“ – Fritz Haug, Kritik der Warenästhetik

Aus gegebenem Anlass:

Jenseits der darin enthaltenen Standesdünkel doch ein guter, und vor allem hilfreicher, Text:

http://www.zeno.org/Philosophie/M/Hegel,+Georg+Wilhelm+Friedrich/Wer+denkt+abstrakt?

Aus der Korrespondenz fremder Philosophen

Marx an Engels

       in Manchester
       
       [London] 7. Dez. 1867
       Dear Fred,
       Gestern war  ich vor  bei der Loan Society 1*), um bodily 2*) un-
       tersucht zu  werden. Dies ist keine bloße Formalität, denn stürbe
       ich vor September, so bekäme die Gesellschaft keinen farthing zu-
       rück. Ich  fürchtete, mich ausziehn zu müssen (ein Schicksal, das
       ein Engländer hatte, der mit mir da war). Erstens liebe ich diese
       Inocularspekulation nicht  und zweitens  habe  ich  grade  jetzt,
       außer zahlreichen  Furunkeln, immer  noch auf  der linken  Lende,
       nicht weit  vom Propagationszentrum,  einen  Karbunkel.  Glückli-
       cherweise imponierte  mein Brustkasten dem Kerl so, daß er nichts
       weiter wissen wollte. Montag 12 Uhr erhalte ich das Geld.
       Den Brief  von Siebel hast Du  v e r g e s s e n  einzulegen. Ku-
       gelm[ann] nebst  Beilage erhältst  Du zurück.  3*) Außerdem einen
       von ihm  an mich gesandten Brief nebst Beilagen. Die Schmiere von
       Bürgers [460]  lege zu  den Dokumenten. Dieser Esel ist mit Recht
       von den  Arbeitern zu  Düsseldorf erinnert  worden, daß  er 1. zu
       Lassalles Zeiten  erklärte, "den Verhältnissen Rechnung tragen zu
       wollen", 2.  die "Illusionen  über den Klassenkampf verloren" und
       3. in Schulze-Del[itzsch] die Lösung aller vergangnen und zukünf-
       tigen sozialen Rätsel gefunden zu haben. 4*)
       Was das  schwäbische Blättchen  5*) betrifft, so wäre es ein amü-
       santer Coup, Vogts Freund, den Schwabenmayer 6*), zu prellen. Die
       Sache wäre einfach so zu bewerkstelligen. D'abord 7*) damit anzu-
       fangen, daß,  was man  auch von  der Tendenz des Buchs 8*) denken
       möge, es  dem "deutschen  Geist" Ehre mache und deswegen auch von
       einem Preußen im Exil und nicht in Preußen geschrieben sei."

Neuer Lektürekurs

Neuer Lektürekurs

Bald ist es so weit: unser Lektürekurs geht in die nächste Semesterrunde.

Dieses Mal gibt es zu lesen: Die
Raststättenphilosophie…

…bestand in dem Gedanken, dass der
Mensch, der sich im Zuge seiner – sei es
beruflichen, sei es privaten – Aktivitäten
mobil verhalten muss, einen Ort der
Regeneration und Wiederherstellung
seiner Kräfte braucht. Die Raststätte war
der Ort, an dem man für die wache
Nutzung der Autobahn und für ein aktives
Leben überhaupt fitgemacht wurde.(…)
Wissenschaftlich wird dies vor allem von
russischen Forschern untermauert, die die
westlichen Mobilitätsvorstellungen für
eine transistorische Erfindung des
Kapitalismus halten, die zu den
natürlichen Bestimmungen des Menschen
in fundamentalem Widerspruch steht.

Notiz aus dem Sekretariat: Obenstehender Termin dient nicht nur zum Lesen des schönen Textes über die Raststätte, sondern auch der Terminfindung. Wer teilnehmen möchte, aber am Mittwoch ums verrecken nicht da sein kann, der schreibe an ipup@gmx.net und flehe uns an, seine Terminwünsche (die bitte zu nennen sind) zu berücksichtigen.

Von Pandas, Löschpapier und Siegesgöttern – Gonzo-Science aus dem IPuP

Vergessen – dieses makelhafte Ding. Nicht gerade der Darling unter den menschlichen Handlungsmöglichkeiten. Wer vergesslich ist, gilt als unzuverlässig, als lebensuntüchtig. Manchmal sogar als dumm. Von der Wissenschaft als vermeintlicher Tod des Wissens gehasst, kann dem Vergessen wohl zurecht der Titel des ungeliebten Stiefkindes der Philosophie zugesprochen werden.

Solchermaßen ausgestoßen aus der Hall of Fame der Geisteswissenschaften giert es nach Liebe und Zuwendung und erweist sich somit als optimales Thema und Forschungsobjekt des IPuPs. Denn, allein gelassen und herumgeschubst auf dem Spielplatz der Ideen, wirkt es so unschuldig und hilfsbedürftig wie ein Pandababy. Und die Verehrung des Panda gehört zu den Pflichten eines jeden IPuP-Mitarbeiters. Da es sonst eigentlich keine weiteren Pflichten gibt, besteht ein IPuP-Projekt zum größten Teil aus Prokrastination. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Eine statistische Erhebung darüber ist zwar seit längerer Zeit in Planung, aber, hier beisst sich die Schlange in den Schwanz, scheitert an genau jenem hohen Prokrastinationsanteil. Wird also verschleppt, verdrängt, vergessen. Den Rest des Beitrags lesen »