Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus

"Aber insgesamt macht mich IPuP eher ratlos. Weil es ist zu ernst für Satire, zu verspielt für Politik und zu propagandistisch für Philosophie."

Monat: Juli, 2013

Warum Deleuze/Guattari die Welt in Maschinen denkt

Oder: Hinweis auf eine philosophiegeschichtliche Fortsetzung

„Diente das Tier als Eliminierungsprinzip für die göttliche Vernunft und den Menschen als imago dei, sodient die Maschine als Definitionsprinzip, um den Menschen radikal erklärbar zu machen. Erst insofern der Mensch als Maschine verstanden wird, kann die Schöpfer-Geschöpf-Relation des Menschen zu Gott aufgehoben werden. (…)
 
Das Sein im ganzen als Maschine zu denken, sollte die Möglichkeit in die Hand geben, um alles dem Menschen Mögliche und Notwendige zu wissen (…)
 
Beim Vergleich mit dem Tier waren sich die Materialisten durchaus bewußt, daß sie das Analogieverhältnis des Menschen zu Gott weder radikal überspringen noch ersetzen konnten Erst das neue Seinsprinzip Maschine bot die Gewähr dafür, daß die alte Analogie durch eine neue aufgehoben werden konnte. Der Mensch setzte sich bei den französischen Materialisten in Analogie zur Maschine, die fortan die Möglichkeit bieten sollte, das dem Menschen Notwendige nicht in einer transzendentalen Wirklichkeit zu erfahren, sondern in der ausgeklügelten, voll erfaßbaren, maschinalen Wirklichkeit.
Die Vernunft wurde zum Instrument der Realitätserfahrung als Maschinenerfahrung. Die Vernunft, jetzt nicht mehr göttlichen Ursprungs, sollte ihre höchste Stufe dadurch erreichen, daß sie maschinengemäß dachte und sich einsetzte. Ihre Aufabe sollte sein, metaphysische Fragen abzustpßen und die Materialisierung des Seins im ganzen kraft der unité matérielle sub specie machinae durchzuführen.“

Quelle: Aufklärung und Materialismus im Frankreich des 18. Jahrhunderts, Herausgegeben von Arno Baruzzi

Garring Lolo und der Superpolizist – IPUP-Tour sucht Orte

Beste LeserInnen,

Das IPUP sucht noch Auftrittsorte (Kneipen, Wohnzimmer, Bühnen) für seine Sommertour vom 29.07. – 12.08.

Auftreten würden wir gern mit unserem Abendprogramm Garring Lolo. Interesse? Meld dich bei uns.

Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus präsentiert:
Garring Lolo und der Superpolizist: Ein Polemik wider romantische Verliebtheit“

Der Superpolizist ist Ermittler im alltäglichen Wahnsinn romantischer Verwerfungen. Er kennt nur ein Ziel: Garring Lolo dingfest zu machen. Oder jedenfalls so gut es geht auf die Schliche zu kommen. Denn Garring Lolo ist heimtückisch, schlägt zu wenn niemand es erwartet.

Zwei live-denkende Vortragende unterstützt von einer menschlichen Zitiermaschine: „Garring Lolo & der Super-Polizist“ ist eine Lecture Performance, die dem grotesken Alltag romantischer Liebesideale nachspürt. Ausgewählte Fragmente – von Proust-Frauen über Krankheitsvorstellungen der südpazifischen Makassar bis zur bürgerlichen Kälte bei Adorno und Horkheimer – werden als Beleg und Erklärung der mannigfaltigen Abgründe und Absurditäten der temporären Zwangsneurose mit dem Chiffre Verliebtheit herangezogen.